| Microsoft
Office im Netzwerk (Teil IV)
Die Microsoft Office-Gruppenrichtlinien nutzen
Vorlagedateien von Office 2003
Über Gruppenrichtlinien können Sie das Verhalten von
Microsoft Office von zentraler Stelle aus steuern. Die
Gruppenrichtlinien-Vorlagedateien gehören nicht zum
Lieferumfang der Office 2003-CD, sondern zum Lieferumfang des
Office 2003 Resource Kits. Nach der Installation des Office
2003 Resource Kits finden Sie die ADM-Dateien im Verzeichnis C:\Windows\Inf.
Um sie im Active Directory nutzen zu können, müssen sie in
das gleichlautende Verzeichnis des Domänen-Controllers übernommen
werden. Das trifft übrigens auch auf die Versionen Office
2000 und Office XP zu. Auf der Buch-DVD finden Sie viele
ADM-Dateien. Eine andere interessante Quelle ist
www.gruppenrichtlinien.de.
Übernehmen Sie alle Office 2003-ADM-Dateien in das
Verzeichnis C:\Windows\Inf des Domänen-Controllers
S1. Nachfolgend finden Sie eine Auflistung
der Office 2003-ADM-Dateien und ihrer Funktionen:
- ACCESS11.ADM: Richtlinien für Access 2003
- EXCEL11.ADM: Richtlinien für Excel 2003
- FP11.ADM: Richtlinien für Frontpage 2003
- GAL11.ADM: Richtlinien für Office 2003 Clip Organizer
- INF11.ADM: Richtlinien für InfoPath 2003
- OFFICE11.ADM: Richtlinien für Office 2003
- OUTLK11.ADM: Richtlinien für Outlook 2003
- PPT11.ADM: Richtlinien für PowerPoint 2003
- PUB11.ADM: Richtlinien für Publisher 2003
- RM11.ADM: Richtlinien für Relationship Manager 2003
- SCRIB11.ADM: Richtlinien für OneNote 2003
- WORD11.ADM: Richtlinien für Word 2003
Unter Office XP haben diese Dateien statt der
Versionsnummer 11 die Folgeversionsnummer 10.
Es stellen sich folgende Fragen:
- Welche Funktionen haben diese Office 2003-Vorlagedateien
für Gruppenrichtlinien?
- Welche der Vorlagedateien sollten genutzt werden, ohne
dass man in einem Wald von Gruppenrichtlinien den Überblick
verliert?
- Welche der Vorlagedateien nehmen vorwiegend oder
ausschließlich Änderungen an den Computereinstellungen
vor, welche sind vorwiegend oder ausschließlich
benutzerbezogen?
- Welche der Vorlagedateien sollen demnach auf eine
Organisationseinheit, die nur Computer enthält,
angewendet werden?
- Welche der Vorlagedateien sollen demnach auf eine
Organisationseinheit, die nur Benutzer enthält,
angewendet werden?
Öffnen Sie nacheinander alle ADM-Dateien mit einem Editor
und suchen Sie nach den Begriffen CLASS MACHINE
und dann nach CLASS USER. Sie werden
feststellen: Nur die Datei OFFICE11.ADM hat
sowohl eine Kategorie CLASS MACHINE als auch
eine Kategorie CLASS USER, die anderen
Dateien haben keine Kategorie CLASS MACHINE.
Das bedeutet, dass nur die Vorlagedatei OFFICE11.ADM
neue Richtlinien unter Computerkonfiguration •
Administrative Vorlagen hinzufügt. Die restlichen
Vorlagedateien stellen nur unter Benutzerkonfiguration
• Administrative Vorlagen weitere Richtlinien
bereit.
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Um der nachfolgenden Analyse vorweg zugreifen: Besonders in
der Kategorie Benutzerkonfiguration erhalten
Sie eine Fülle neuer Richtlinien mit englischen Bezeichnungen
und einer Registerkarte Erklärung, die
leider keine einzige Beschreibung enthält! Alle Office
2003-Gruppenrichtliniendateien sind nicht dokumentiert. Ihnen
bleibt nur eines: Sehen Sie sich auf einem Computer, auf dem
Office 2003 installiert ist, die Optionen der verschiedenen
Anwendungen an.
Mit ein wenig Fantasie werden Sie dann die
Bedeutung vieler Office 2003-Richtlinien erahnen können.
Unter www.gruppenrichtlinien.de bzw. auf der Begleit-DVD des
Buches finden Sie jedoch eine Gegenüberstellung von wichtigen
Office-Richtlinien und den zugehörigen Optionen der
Office-Komponenten.
Wenn noch nicht geschehen, so installieren Sie die Gruppenrichtlinien-Verwaltungskonsole
mit SP1 GPMC.MSI auf dem Server. Sie wurde später
veröffentlicht als Windows Server 2003 und gehörte deshalb
nicht zu dessen Lieferumfang. Sie kann separat vom Microsoft
Internetforum herunter geladen und auch auf einem Windows
XP-Client installiert werden kann, wenn bereits das
Administrationspaket AdminPak.msi dort
installiert ist.
Office 2003-Richtlinien in der Kategorie »Computerkonfiguration«
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Um sich mit den neuen Gruppenrichtliniendateien vertraut zu
machen, starten Sie das Snap-In Active
Directory-Benutzer und Computer und erstellen eine
Organisationseinheit mit dem Namen Computer.
In dieser Organisationseinheit erstellen Sie eine neue
Gruppenrichtlinie mit dem Namen Office2003-Computer.
Öffnen Sie die neue Gruppenrichtlinie zur Bearbeitung,
klicken Sie unter Computerkonfiguration die
Kategorie Administrative Vorlagen mit der
rechten Maustaste an und entladen Sie die Standardvorlagen conf,
inetres, system, wmplayer
und wuau. Fügen Sie anschließend die
Vorlage office11.adm hinzu. Auf diese Weise
sehen Sie anschließend ausschließlich die
Office-Richtlinien, was eine Analyse erleichtert. 
Analysieren wir zuerst, welche Richtlinien die Vorlagedatei
OFFICE11.ADM in der neuen Gruppenrichtlinie Office2003-Computer
der Sub-OU Computer hinzugefügt hat. In der
Kategorie Computerkonfiguration • Administrative
Vorlagen • Microsoft Office 2003 finden Sie die
beiden neuen Kategorien Custom Maintenance Wizard und
Security Settings.

Die Kategorie Custom Maintenance Wizard
enthält nur die eine Richtlinie Allow CMW files from
any location to be applied. Mit dieser Richtlinie müssen
Sie sich, wenn überhaupt jemals, erst später befassen, wenn
Sie sich das Tool Custom Maintenance Wizard
aus dem Office 2003 Resource Kit angesehen haben und es
einsetzen wollen. Mit diesem Tool kann eine CMW-Datei erstellt
werden, um ein bereits ausgerolltes Office 2003 zu
aktualisieren.
Mit den Richtlinien der Kategorie Security Settings
können Sie die Makro-Sicherheit je Office-Komponente auf High,
Medium oder Low setzen und
anderen Sicherheitslücken, die sich aus der Nutzung von
Add-Ins, Templates, Visual Basic for Applications (VBA) oder
ActiveX-Controls ergeben, bei Bedarf zu Leibe rücken.


Office 2003-Richtlinien in der Kategorie »Benutzerkonfiguration«
Erstellen Sie nun eine neue Organisationseinheit mit dem
Namen Benutzer. In dieser
Organisationseinheit erzeugen Sie eine neue Gruppenrichtlinie
mit dem Namen Office2003-Benutzer. Öffnen
Sie die neue Gruppenrichtlinie Office2003-Benutzer
zur Bearbeitung, klicken Sie unter Benutzerkonfiguration
die Kategorie Administrative Vorlagen mit der
rechten Maustaste an und entladen Sie die Standardvorlagen conf,
inetres, system, wmplayer
und wuau. Laden Sie anschließend vorerst nur
folgende wesentliche Office 2003-Vorlagen hinzu:
Office11, Word11, Excel11, Outlk11 und Access11


Die Gruppenrichtlinien-Vorlagedateien von Frontpage
(FP11.ADM), Clip Organizer (GAL11.ADM), InfoPath (INF11.ADM),
Powerpoint (PPT11.ADM), Publisher (PUB11.ADM), Relationship
Manager (RM11.ADM) und OneNote (SCRIB11.ADM) sollten Sie
zumindest in dieser Phase der Analyse außen vor lassen, um
nicht den Überblick zu verlieren. Wenn diese Anwendungen auch
später nur von wenigen Anwendern genutzt werden, werden die
zugehörigen ADM-Dateien wahrscheinlich nie eine Rolle
spielen.
Auf diese Weise erhalten wir eine separate Übersicht der
wichtigen Office 2003-Benutzerrichtlinien, getrennt von
anderen Gruppenrichtlinien wie den Windows XP-Richtlinien.
Sehen wir uns also jetzt die Office 2003-Richtlinien an, die
in der Kategorie Benutzerkonfiguration •
Administrative Vorlagen hinzu gekommen sind. Es
handelt sich um eine Fülle von Unterkategorien und
Richtlinien ohne erklärende Texte. Doch keine Panik! Als wir
die vorbereitenden Arbeiten zur Installation von Office 2003
durchführten, haben wir bereits mit dem Custom
Installation Wizard bei der Erstellung der
Transformationsdatei Standard.mst viele
Office 2003-Voreinstellungen vorgenommen. Diese
Voreinstellungen greifen bereits, wenn sich später ein
Anwender zum ersten Mal anmeldet. Damit sind viele der Office
2003-Optionen bereits so eingestellt, dass der Anwender mit
Office 2003 arbeiten kann und keine Probleme haben wird, sich
zurecht zu finden. Nur einige Einstellungen fehlen noch und können
über Gruppenrichtlinien nun vorgenommen werden. Im Kapitel über
den Custom Installation Wizard wurde außerdem
die Bedeutung vieler Office 2003-Einstellungen erklärt.
Wenn Sie sich nun die Office 2003-Gruppenrichtlinien
nacheinander ansehen und mit den Einstellungen vergleichen,
die im Custom Installation Wizard vorgenommen
werden können, sollte Ihnen erneut deutlich werden, dass Sie
sich bei der Konfiguration des Musterclients und des Active
Directory bezüglich der Office-Einstellungen entscheiden müssen,
welche Einstellungen Sie über den Custom Installation
Wizard oder über Gruppenrichtlinien
vornehmen wollen. Einstellungen, die Sie über den Custom
Installation Wizard vornehmen, sind prinzipiell wie
Vorschläge zu betrachten, die der Anwender beim Start der
Office-Anwendungen vorfindet, jedoch individuell abändern
kann. Einstellungen, die Sie über Gruppenrichtlinien
vornehmen, kann der Anwender nicht abändern.
Ob die Erzwingung von Gruppenrichtlinien von Vor- oder
Nachteil ist, hängt von mehreren Dingen ab. Es gibt
Voreinstellungen, deren Änderung durch den Anwender zu
Fehlern oder zu weniger produktivem Arbeitsverhalten führen
kann. Es gibt Voreinstellungen, die für den Großteil der
Anwender optimal, jedoch für spezielle Anwender nachteilig
sind. In diesen Fällen ist es gut, wenn über die MST-Datei
die betreffenden Optionen so eingestellt sind, dass die große
Anzahl der Anwender die Option nicht ändern muss, aber
einzelne Anwender in der Lage sind, die Option ihren
Erfordernissen entsprechend anzupassen. Würde für diese
Anwender eine Einstellung über eine Gruppenrichtlinie
erzwungen, ohne dass der Anwender sie für seine Zwecke
individuell anpassen kann, so wäre das für den Anwender sehr
ärgerlich.
Ein Beispiel soll dieses erläutern. Als die verschiedenen
Optionen der Office 2003-Anwendungen im Custom
Installation Wizard durchgegangen wurden, schlug ich
vor, die Outlook-Option When sending a message
so vorzukonfigurieren, dass die Unteroption Allow
commas as address separator aktiviert ist.


Diese Voreinstellung hat zur Folge, dass bei jedem
Anwender, der Outlook zum ersten Mal startet, unter Extras
• Optionen in der Registerkarte Einstellungen
unter E-Mail-Optionen • Erweiterte E-Mail-Optionen
die Option Komma als Adresskennzeichen zulassen
standardmäßig aktiviert ist. Wenn also ein Anwender eine
neue Nachricht an die Empfänger Hugo Testuser und Paul
Poweruser versenden will, so kann er in das An-Feld
einfach Testuser, Poweruser eingeben.


Outlook wird die Empfänger richtet auflösen, weil das
Komma als Trennzeichen zwischen unterschiedlichen Empfängern
interpretiert wird und nicht als Trennzeichen zwischen dem
Nachnamen und Vornamen. Ist die Option Komma als
Adresstrennzeichen zulassen nicht aktiviert, erhält
der Versender eine Fehlermeldung:

Outlook interpretiert Testuser als
Nachnamen und Poweruser als Vornamen und
sucht nach einem Exchange-Empfänger namens Poweruser
Testuser.
Die Voreinstellung Komma als Adresstrennzeichen
zulassen ist sicher für den Großteil der Anwender
sinnvoll, nicht aber unbedingt für z.B. Engländer oder
Amerikaner, die nur temporär in Ihrem Unternehmen in einem
Projekt mitarbeiten und die ein Komma und ein Semikolon genau
umgekehrt verwenden. Solange es sich um eine Voreinstellung
handelt, die der Anwender anpassen kann, macht das nichts. Sie
können dieselbe Einstellung aber auch über eine
Gruppenrichtlinie erzwingen, mit dem Unterschied, dass der
Anwender diese Voreinstellung nicht dauerhaft ändern kann.

Sie sollten also bei jeder Office 2003-Richtlinie überlegen,
ob es sich um eine Einstellung handelt, die dem Benutzer starr
und unveränderlich vorgegeben werden soll. Wollen Sie nur
Voreinstellungen machen, die für die große Anzahl Ihrer
Anwender sinnvoll sind, für spezielle Anwender aber optional,
das heißt für ihre Bedürfnisse änderbar bleiben sollen, so
belassen Sie eine entsprechende Richtlinie besser im nicht
konfigurierten Zustand und versuchen, eine gleichbedeutende
Voreinstellung im Custom Installation Wizard
zu treffen.
Natürlich wäre es technisch auch möglich, die Anwender
wieder in Gruppen zu unterteilen und für jede Gruppe
unterschiedliche Richtlinien zu entwerfen. So könnten Sie im
soeben dargestellten Beispiel eine Gruppe namens Englisch
erstellen und für diese Gruppe alle Richtlinien deaktivieren,
die für ein deutsches Windows XP und ein deutsches Office
2003 sinnvoll sind. Doch gibt es eine Fülle anderer,
wahrscheinlich auch besserer Beispiele, als das oben angeführte.
Wenn Sie für alle Ausnahmen spezielle Organisationseinheiten,
Sicherheitsgruppen und Gruppenrichtlinien erstellen, versinken
Sie schnell im Chaos, und weder Sie noch Ihre Kollegen
durchschauen dann nach einiger Zeit das Zusammenspiel der
Gruppenrichtlinien. Eine derartige Vorgehensweise widerspräche
schnell dem sinnvollen KISS-Prinzip: Keep It Simple And Smart.
| Ein Rat: Versuchen
Sie, mithilfe des Custom Profil Wizard
ein Office 2003 auf dem Mustercomputer zu
installieren, dessen Voreinstellungen für den
Standardanwender optimiert sind. Dasselbe gilt für
das Betriebssystem selbst und für andere
Standardanwendungen. Nutzen Sie eine möglichst
geringe Anzahl von aktiven Gruppenrichtlinien, um
bestimmte Einstellungen bei jeder Anwendung zu
erzwingen. Das System bleibt auf diese Weise
transparent und der Supportaufwand gleichzeitig
gering. |
Und besonders wichtig: Bevormunden Sie nicht unnötig den
Anwender, in dem Sie alle Optionen über Richtlinien erzwingen
und ihm keine Möglichkeiten mehr bieten, sich seine
Arbeitsumgebung optimiert einzustellen und deshalb bestimmte
Voreinstellungen entsprechend seinen Bedürfnissen anpassen zu
können. Muten Sie den Anwendern über Gruppenrichtlinien
keine Beschränkungen zu, die Sie für sich selbst nicht
akzeptieren würden.
Die Office 2003-Richtlinien unter »Benutzerkonfiguration«
konfigurieren
Nachfolgend werden einige wichtige Office 2003-Richtlinien
besprochen und Vorschläge für eine Konfiguration gemacht.
Beginnen wir mit den generellen Office 2003-Richtlinien, bevor
die Richtlinien für einzelne Anwendungen durchgegangen
werden.
Unter Microsoft Office 2003 • Tools | Customize |
Options können Sie durch Aktivierung der Richtlinie Always
show full menus vorgeben, dass in allen Office
2003-Anwendungen die Menüs sofort und ohne Verzögerung
komplett angezeigt werden. Durch die Aktivierung der
Richtlinie Show shortcut keys in Screen Tips
erreichen Sie, dass die Tastenkombinationen, mit denen
einzelne Befehle ausgeführt werden können, angezeigt werden,
wenn man die Maus auf Icons der Symbolleiste stellt. Wenn Sie
die Maus in der Symbolleiste von Word auf das Symbol F
bewegen, wird nach kurzer Verzögerung »Fett«
angezeigt. Nach Aktivierung dieser Richtlinie wird »Fett
(Strg+Umschalt+F)« angezeigt. Der Anwender lernt auf
diese Weise die Tastenkombinationen, mit denen die Befehle
auch ohne Maus ausgeführt werden können.

Tritt ein unerwarteter Fehler in einer Office-Anwendung
auf, so erscheint eine Fehlermeldung, ob dieser Fehler
protokolliert und das Fehlerprotokoll an Microsoft geschickt
werden soll. Der Anwender ist durch eine derartige Meldung nur
verblüfft, denn der Ansprechpartner für Programmabstürze
ist doch seine IT-Abteilung und nicht Microsoft. ☺ Durch
die Aktivierung der Richtlinien Disable reporting of
non-critical errors und Disable reporting of
error messages können Sie die Einblendung dieser
verwirrenden Meldungen endgültig für alle Anwender
abschalten. Seien Sie unbesorgt: Wenn eine Anwendung regelmäßig
abstürzt, werden Sie als Systemadministrator auch dann davon
erfahren, wenn diese Meldungen blockiert ist. Der betroffene
Anwender meldet sich schon…

Die Richtlinien unter Microsoft Office 2003 •
Shared paths sind extrem wichtig. Hier können Sie
einstellen, wo das Benutzervorlagen-Verzeichnis und das
Arbeitsgruppenvorlagen-Verzeichnis liegen sollen.

In Word haben Vorlagedateien die Dateinamenserweiterung dot,
in Excel xlt. In den Optionen von Word kann
in der Registerkarte Speicherort für Dateien
ein Verzeichnis für Benutzervorlagen und ein
Verzeichnis für Arbeitsgruppenvorlagen
eingestellt werden.

Das Benutzervorlagen-Verzeichnis verweist standardmäßig
auf das Verzeichnis C:\Dokumente und Einstellungen\%Anmeldename%\Anwendungsdaten\Microsoft\Vorlagen
und nimmt die persönlichen Vorlagedateien auf. Das
Vorlageverzeichnis für Arbeitsgruppenvorlagen ist nicht
voreingestellt. Auf das persönliche Vorlagenverzeichnis, in
dem die Vorlagedatei normal.dot von Word
liegt, benötigt der Anwender Schreibrechte, weil z. B. beim
Start von Word hier eine temporäre Datei namens ~$normal.dot
erzeugt wird. Vorlagedateien, die für das Unternehmen
erstellt und angepasst werden, müssen in die Sicherung
eingehen. Es ist also darauf zu achten, dass die
Vorlageverzeichnisse auf dem Server liegen, der ja im
Gegensatz zu den Workstations regelmäßig gesichert wird.
Folglich sollte das Gruppenvorlageverzeichnis auf jeden Fall
auf ein Serververzeichnis verlegt werden.
Wenn Sie, wie zu empfehlen ist, mit servergespeicherten
Benutzerprofilen (Roaming Profiles) arbeiten, wird das
Verzeichnis C:\Dokumente und Einstellungen\%Username%
beim An- und Abmelden mit dem Profilverzeichnis des Anwenders
auf dem Server synchronisiert. Folglich liegt dann ebenfalls
immer eine Kopie aller persönlichen Vorlagedateien auf dem
Server und wird somit regelmäßig gesichert. Dennoch
erscheint es mir sinnvoll, das persönliche Vorlageverzeichnis
nicht im Profilverzeichnis des Anwenders zu belassen, denn
diesen tief verschachtelten Speicherort kennen die wenigsten
Anwender. Ich schlage Ihnen stattdessen vor, im
Basisverzeichnis (Userhome Directory) eines jeden Anwenders
auf dem Server ein Unterverzeichnis namens Vorlagen
zu erstellen, damit der Anwender dieses Verzeichnis leicht
findet.
Stellen Sie sich vor, ein Mitarbeiter hat sich eine
Vorlagedatei für eine Reisekostenabrechnung erstellt und ein
anderer Mitarbeiter möchte davon eine Kopie in sein persönliches
Vorlageverzeichnis einstellen, um die Wordvorlage zukünftig
nutzen zu können. Für beide Mitarbeiter ist es wichtig, das
Verzeichnis für persönliche Vorlagedateien eindeutig
identifizieren zu können. Leider habe ich in letzter Zeit
zunehmend die Erfahrung gemacht, dass selbst gut ausgebildete
Sekretärinnen nicht mehr den Unterschied zwischen einer
Word-Vorlagedatei (dot-Datei) und einem Word-Dokument (doc-Datei)
kennen. Als extremstes Beispiel habe ich erlebt, dass eine
Mitarbeiterinnen Vorlagedateien direkt bearbeitete, die neu
erstellten Dokumente dann als dot-Dateien statt mit der
Erweiterung doc speicherte und auch so als
E-Mail-Anhänge verschickte. Da E-Mail-Anhänge mit der
Erweiterung dot jedoch aufgrund von
Makrovirengefahr in der Regel nicht zugelassen sind, waren die
Probleme vorprogrammiert. Bezüglich der sinnvollen Nutzung
von Vorlagedateien in Word und Excel scheint es in vielen
Unternehmen einen dringenden Schulungsbedarf zu geben.
Im Kapitel »Das Anmeldeskript« wird vorgeschlagen, für
alle Anwender den Laufwerksbuchstaben H: auf
das Basisverzeichnis des Anwenders auf dem Server zu legen,
den Laufwerksbuchstaben I: auf das
Ablageverzeichnis des gesamten Unternehmens und den
Laufwerksbuchstaben G: auf das
Gruppenverzeichnis der Abteilungsgruppe, in der der Anwender
arbeitet. Je nachdem, wie komplex Ihr Unternehmen ist, könnten
Sie nun wie folgt vorgehen:
Wenn es ein unternehmensübergreifendes Vorlagenverzeichnis
geben soll, in dem alle Vorlagedateien liegen sollen, auf die
alle Mitarbeiter lesenden Zugriff haben sollen, so legen Sie
im Ablageverzeichnis I: des Unternehmens ein
zentrales Vorlagenverzeichnis mit der Bezeichnung Unternehmensvorlagen
an. Gibt es darüber hinaus Vorlagedateien, auf die nur
bestimmte Abteilungen oder Abteilungsgruppen lesenden Zugriff
haben sollen, so legen Sie in dem zentralen
Vorlagenverzeichnis entsprechende Unterverzeichnisse an und
vergeben die passenden Leserechte auf diese
Unterverzeichnisse. Nur ausgewählten Anwendern, die
Vorlagedateien hinzufügen oder verändern dürfen, erteilen
Sie Schreibrechte auf die entsprechenden Verzeichnisse.
Nun können Sie die Gruppenrichtlinie User
templates path so einstellen, dass das persönliche
Vorlagenverzeichnis immer auf Z:\Vorlagen
verweist.
Die Gruppenrichtlinie Workgroup templates path
stellen Sie hingegen so ein, dass sie auf das Verzeichnis I:\Unternehmensvorlagen
zeigt.

Erstellen Sie zum Testen der Gruppenvorlagen in der
Freigabe Groups ein Verzeichnis Unternehmensvorlagen
mit den Unterverzeichnissen Abteilung A, Abteilung
B und Abteilung C. Melden Sie sich
auf dem Windows XP-Computer unter der Kennung Poweruser
an. Stellen Sie sicher, dass das Laufwerk I:
mit der Freigabe \\s1\Groups verbunden ist.
Starten Sie Word und wählen Sie den Befehl Datei •
Neu. Unter Word 2002 wählen Sie Allgemeine
Vorlagen, unter Word 2003 Auf meinem Computer….
Sie sehen die Standard-Registerkarten für Dokumentvorlagen.

Erst, wenn in den Unterverzeichnissen von \\s1\Groups\Unternehmensvorlagen
dot-Dateien abgelegt wurden, sehen Sie diese
Unterverzeichnisse als neue Registerkarten Abteilung A,
Abteilung B und Abteilung C.

Der Anwender sieht aber auch alle mit Office 2003
vorinstallierten Dokumentvorlagen. Bei einer deutschen
Microsoft Office-Installation ist das Verzeichnis für diese
Vorlagedateien und Assistenten C:\Programme\Microsoft
Office\Templates\1031. In früheren Office Versionen
fanden Sie für jede hier angezeigte Registerkarte im
gemeinsamen Vorlagen-Verzeichnis auch ein gleichnamiges
Unterverzeichnis, also z. B. für die Registerkarte Berichte
ein Unterverzeichnis Berichte, in dem sich
dann dot-Dateien für Berichte befanden. In Office 2003 ist
die hinterlegte Technik jedoch undurchsichtig geworden. Wenn
Sie nun im Verzeichnis \\s1\Groups\Unternehmensvorlagen
viele Unterverzeichnisse anlegen, erscheinen auch entsprechend
viele Registerkarten, und die Vorlagenstruktur wird schnell unübersichtlich.
Sicherlich benötigt Ihr Unternehmen nur einen Bruchteil
der zum Lieferumfang von Office 2003 zugehörigen Assistenten
und Dokumentvorlagen, die sich hinter den verschiedenen
Registerkarten verbergen. Um hier die Spreu vom Weizen zu
trennen, müssen Sie sich alle Assistenten und Vorlagen
ansehen, die interessanten Dokumentvorlagen überarbeiten
(eigenes Firmenlogo und die Firmenanschrift einarbeiten) und
die angepassten Vorlagen dann im zentralen
Vorlagen-Verzeichnis \\s1\Groups\Unternehmensvorlagen
abspeichern. Dann sollten Sie bereits im Custom
Installation Wizard die nicht benötigten Assistenten
und Vorlagen abwählen oder spätestens vor der Erstellung des
Komplettabbildes diese Komponenten wieder deinstallieren. Im
Setup von Microsoft Office 2003 können Sie diese Assistenten
und Vorlagen als Unterkomponente von Microsoft Office Word
finden und deinstallieren.
Das Thema Gruppenvorlageverzeichnis ist hiermit noch nicht
erschöpfend ausdiskutiert:
- Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die
Richtlinie Ordnerumleitung?
- Welche Gruppenrichtlinien müssen zusätzlich wie
definiert werden, um die Verzeichnisse für die
Dokumentablage und die Startup-Verzeichnisse von Word und
Excel sinnvoll zu definieren?
- Wie kann das Problem behandelt werden, dass eine
Word-Dokumentvorlage im Gruppenvorlageverzeichnis gegen
eine überarbeitete Version ausgetauscht werden muss, die
zugehörige dot-Datei jedoch ständig im Zugriff steht,
weil Anwender diese Datei geöffnet haben?
- Wie ist vorzugehen, wenn mehrere Microsoft
Office-Versionen gleichzeitig im Einsatz sind und die
Makros in Briefvorlagen z.B. zwischen den einzelnen
Versionen nicht kompatibel sind?
- Wie sollte ein Unternehmensvorlageverzeichnis
strukturiert werden, damit es nicht nur Vorlagedateien für
Microsoft Office aufnimmt, sondern auch Vorlagedateien für
andere Anwendungen wie z.B. AutoCAD?
- Was ist zusätzlich zu beachten, wenn Mitarbeiter regelmäßig
offline arbeiten und dabei auch Zugriff auf die
Unternehmensvorlagen benötigen (Laptop-Benutzer,
Telearbeiter)?
- Welche Besonderheiten sind beim Einsatz von
Terminalservern zu beachten?
- Wie können in Unternehmen mit mehreren Standorten
Arbeitsgruppenvorlagen zentral eingespielt und gepflegt
und auf die dezentralen Server der Standorte repliziert
werden?
Die Erörterung dieser Fragen ist für ein
aufwandsminimiertes System immens wichtig, würde jedoch
aufgrund der Komplexität das Ziel dieses Kapitel sprengen und
wurde deshalb in ein separates Kapitel ausgelagert.
In den Optionen von Word finden Sie in der Registerkarte Speicherort
für Dateien den Eintrag AutoStart.
Sie finden eine entsprechende Word-Gruppenrichtlinien unter
der Bezeichnung Startup in der Kategorie Tools
– File Locations. Sollen bei jedem Start von Word
automatisch bestimmte unternehmensspezifische Makros geladen
werden, so können Sie diese Gruppenrichtlinie definieren und
sicherstellen, dass z.B. über das Anmeldeskript jedem
Benutzer eine zentral angepasste dot-Vorlagedatei in sein
Startup-Verzeichnis eingespielt wird.

Über Office-Gruppenrichtlinien können Sie aber auch
vorgeben, welches Verzeichnis standardmäßig zuerst angezeigt
wird, wenn ein Benutzer in einer Office-Anwendung den Befehl Datei
– öffnen oder den Befehl Datei speichern
unter wählt. Die Voreinstellung Eigene
Dateien sollte überdacht werden. Sie sollten die
Mitarbeiter anleiten, standardmäßig alle Dokumente in
Unterverzeichnissen des gemeinsamen Gruppenverzeichnisses und
nicht im Ordner Eigene Dateien abzulegen,
damit im Vertretungsfall die Dokumente auch von Kollegen und
Vorgesetzten gefunden und weiterbearbeitet werden können. Der
Ordner Eigene Dateien sollte nur in Ausnahmefällen
zum Abspeichern von Dokumenten genutzt werden, und zwar nicht
für private Dokumente (die gehören auf den privaten Computer
zuhause und nicht auf den Unternehmensserver!), sondern für
Dokumente, die noch in einem Status der Vorbereitung sind und
erst später der Gruppe zur Verfügung gestellt werden sollen.
Dieses Postulat klingt auf den ersten Blick sehr bestimmend
und scheint die Privatsphäre des Benutzers zu unterhöhlen.
Analysieren Sie die privaten Basisverzeichnisse der Benutzer
eines »organisch gewachsenen« Unternehmens einmal mit einem
Tool wie GetFoldersize. Es ist oft
erschreckend, welcher Datenmüll sich in den privaten
Verzeichnissen der Anwender über Jahre hinweg ansammelt, jede
Nacht in die Sicherung eingeht und immense Kosten bezüglich
Speicherplatz und Sicherung verursacht. Wie viel Zeit
verbringen Systemadministratoren regelmäßig damit, die
privaten Verzeichnisse von Mitarbeitern, die das Unternehmen
verlassen haben, aufzuräumen und diejenigen Dokumente
herausfiltern, die ein Nachfolger des ehemaligen Mitarbeiters
benötigt und die folglich mit großem Aufwand manuell in das
Gruppenverzeichnis eingepflegt werden müssen? Welche Kosten
sind mit diesen Datenleichen verbunden?
Sinnvoller erscheint es, das Standardverzeichnis für
Office-Dokumente entweder über den Custom
Installation Wizard oder über Gruppenrichtlinien auf
das Gruppenablageverzeichnis einzustellen. Der Anwender wird
dadurch angehalten, sich zuerst im Gruppenverzeichnis nach
einem geeigneten Ablageort für ein neues Dokument umzusehen
und nur im Ausnahmefall in den Ordner Eigene Dateien
zu wechseln. Ein anderes Argument spricht für diese
Vorgehensweise: Nehmen wir an, dass 90 Prozent der
Word-Dokumente, die ein Anwender erstellt, von diesem Anwender
auch im Gruppenverzeichnis gespeichert werden. Wenn in Word
als Speicherort für Dokumente das Verzeichnis Eigene
Dateien eingestellt ist, so muss der Anwender in 90
Prozent der Fälle, in denen er einen der Befehle Datei
– öffnen oder Datei speichern unter
aufruft, in einem zusätzlichen Arbeitsschritt zuerst in das
Gruppenverzeichnis des Servers wechseln. Dieser Arbeitsschritt
entfällt, wenn in Word das Gruppenverzeichnis als
Standardspeicherort für Word-Dokumente bereits voreingestellt
ist. Schätzen Sie nun einmal grob ab, wie viel Arbeitszeit
und damit monetärer Aufwand pro Tag oder pro Jahr eingespart
wird, wenn in einem Unternehmen mit 100 Mitarbeitern dieser
Arbeitsschritt nicht nur in Word, sondern auch in allen
anderen Anwendungen entfällt, weil Sie die
Ablageverzeichnisse aller Anwendungen über entsprechende
Gruppenrichtlinien sinnvoll vorgegeben haben.
In Word finden Sie die entsprechende Richtlinie Documents
in der Kategorie Tools – File Locations und
können dort als Verzeichnis z.B. die Freigabe \\Servername\Company
einstellen.

In der Kategorie Microsoft Office Excel 2003
heißt die entsprechende Gruppenrichtlinie Default
file location und liegt unterhalb von Tools
– General.

Für Access 2003 stellen Sie die Richtlinie Default
database folder in der Unterkategorie Tools
– General entsprechend ein.

Für andere Anwendungen wie z.B. AutoCAD suchen Sie in der
Registrierdatenbank nach dem Schlüssel, der den
Standardspeicherort bestimmt. Diesen Schlüssel exportieren
Sie und erstellen selbst eine Gruppenrichtliniedatei oder eine
REG-Datei, welche Sie über das Anmeldeskript aktivieren. Wie
das funktioniert, erfahren Sie in anderen Kapiteln dieses
Buches und in Beiträgen der Buch-DVD.
In räumlich verteilten Unternehmen mit dezentralen Servern
an unterschiedlichen Standorten müssen die Richtlinien für
Dokumentablagen differenzierter definiert werden, z.B. in Abhängigkeit
der Zugehörigkeit eines Benutzers zu einer speziellen
Organisationseinheit oder einer Sicherheitsgruppe. Für
derartige komplexere Gebilde kann es sinnvoll sein, eine
spezielle Organisationseinheit z.B. mit dem Namen Organisationsgruppenrichtlinien
zu erstellen. Diese Organisationseinheit nimmt dann keine
Benutzerobjekte oder Computerobjekte auf, sondern einen Satz
von Gruppenrichtlinien. In Active Directory können
Gruppenrichtlinien einer Organisationseinheit mit anderen
Organisationseinheiten verknüpft werden. Der Vorteil eines
derartigen Gebildes ist, dass alle organisationsübergreifenden
Gruppenrichtlinien übersichtlich in einem Container liegen
und dort zentral verwaltet werden, jedoch auf andere Container
wirken, in denen dann z.B. die entsprechenden Benutzerobjekte
liegen.
Ein Beispiel soll diese Idee kurz zu skizzieren: Es gibt
die drei Standorte Aachen, Berlin
und Frankfurt mit Servern und Benutzern an
den drei Standorten. Sie haben in Active Directory die
Organisationseinheiten Benutzer-Aachen, Benutzer-Berlin
und Benutzer-Frankfurt erstellt und die
Benutzerobjekte in diesen OUs erstellt. Die Benutzer am
Standort Aachen sollen ihre Dokumente in der Freigabe \\SERVER-AACHEN\Groups
ablegen, die Benutzer in Berlin in der Freigabe \\SERVER-BERLIN\Groups,
und die Benutzer am Standort Frankfurt sollen die Freigabe \\SERVER-FRANKFURT\Groups
dazu nutzen. Sie erstellen in der zentralen
Organisationseinheit Organisationsgruppenrichtlinien
drei Gruppenrichtlinien mit den Bezeichnungen Dokumentablage-Aachen,
Dokumentablage-Berlin und Dokumentablage-Frankfurt
und nehmen in jeder dieser Gruppenrichtlinien nur die jeweils
passenden Einstellungen für die Dokumentenverzeichnisse vor.
Anschließend nutzen Sie die Verknüpfungsfunktion, um die
Gruppenrichtlinie Dokumentablage-Aachen der
OU Benutzer-Aachen zuzuweisen. Für andere
Zwecke erstellen Sie in der zentralen OU Organisationsgruppenrichtlinien
andere Gruppenrichtlinien mit eindeutigen Namen, aus denen die
Funktionen der Gruppenrichtlinien hervorgehen, und verknüpfen
diese Gruppenrichtlinie mit den entsprechenden OUs. Zum
Beispiel benötigen Sie vielleicht je eine Gruppenrichtlinie für
alle Laptops an den verschiedenen Standorten, und an jedem
Standort gibt es eine OU %Standortname%-Laptops,
der die entsprechende Gruppenrichtlinie mittels Verknüpfung
zugewiesen ist.
Änderungen an den Gruppenrichtlinien nehmen Sie danach nur
noch an einer Stelle im Active Directory vor, nämlich in der
OU Organisationsgruppenrichtlinien. Und nur
ausgewählte, besonders gezielt geschulte Administratoren
erhalten die Berechtigung, in dieser zentralen OU Organisationsgruppenrichtlinien
Änderungen vornehmen zu dürfen.
In der Kategorie Microsoft Office Outlook 2003
gibt es viele Gruppenrichtlinien, die eventuell später in der
Pilotierungsphase eingestellt werden müssen und von vielen
Faktoren abhängig sind, deren Zusammenspiel jetzt noch nicht
durchschaut werden kann:
- Gibt es eine Exchange-Umgebung oder andere Mailsysteme?
- Gibt es mehrere Standorte mit mehreren Exchange Servern?
- Dürfen Dokumente, E-Mails oder Firmenkontakte dezentral
z.B. auf Laptop-Festplatten gespeichert werden oder
widerspricht das den Grundsätzen der Datensicherheit?
Exemplarisch für derartige Probleme werden deshalb
nachfolgend nur wenige Gruppenrichtlinien aufgeführt.
Über die Richtlinie OST Creation der
Unterkategorie Exchange settings können Sie
die Erstellung von Offlineordnerdateien (OST = Offline Storage)
für alle Benutzer oder für bestimmte Benutzergruppen
unterbinden. Offlineordnerdateien werden in der Regel für
Exchange-Postfächer benötigt, deren Besitzer z.B. einen
Laptop haben und auch unterwegs Zugriff auf ihren
Outlook-Objekte oder bestimmte öffentliche Ordner des
Exchange Servers benötigen. Aus Sicherheitsgründen kann es
sinnvoll sein, in einem ersten Schritt für alle Anwender die
Erstellung von Offlineordnerdateien zu unterbinden. In einem
zweiten Schritt fassen Sie diejenigen Benutzer, denen die
Nutzung von Offlineordnern erlaubt sein soll, in einer
Sicherheitsgruppe zusammen und heben über eine gesonderten
Gruppenrichtlinie, die nur von dieser Sicherheitsgruppe
gelesen werden kann, das Verbot von Offlineordnerdateien
wieder auf. Dieses Prinzip, den Regelfall über eine
allgemeingültige Richtlinie zu definieren und die Ausnahmen
von der Regel durch eine spezielle Richtlinie, welche »stärker«
ist als die generelle Richtlinie, wird in einem anderen
Kapitel des Buches genau erklärt und ist dazu geeignet, den
Wildwuchs an benötigten Gruppenrichtlinien stark einzudämmen.

Sie definieren bzw. deaktivieren die Autoarchivierung Sie
über die Richtlinie AutoArchive Settings in
der Kategorie Tools – Other – AutoArchive.
Bezüglich der Funktion Autoarchivierung
gilt, was bereits im Kapitel über den Custom
Installation Wizard präziser als hier begründet
wurde: Archivdateien müssen gesichert werden, folglich
zumindest als Duplikat auf dem Dateiserver liegen und belegen
dort Speicher. Warum das Geld dann nicht gleich in mehr
Speicher auf dem Exchange Server investieren und die
Begrenzungen der Postfächer auf dem Exchange Server großzügiger
auslegen.
Wird die Autoarchivierung nicht deaktiviert, so müssen die
Anwender in dieser Funktion geschult werden. Sonst ist
vorprogrammiert, dass regelmäßig Anwender im Support anrufen
und behaupten, dass E-Mails plötzlich verschwunden sind. In
Wirklichkeit hat die automatische Autoarchivierung
zugeschlagen und ältere Nachrichten ins Archiv verschoben,
der Anwender weiß aber nicht, wie er an diese dann dringend
benötigten Objekte wieder herankommt und vermutet, dass das
System fehlerhaft arbeitet oder verdächtigt möglicherweise
die Administratoren, dass diese eigenmächtig im Postfach des
Anwenders aufgeräumt haben.

Der Editor für neue Nachrichten und das Nachrichtenformat
kann über die Richtlinie Message format/editor
in der Unterkategorie Mail Format – Message format
eingestellt werden. Im Kapitel Custom Installation
Wizard wurde bereits der Rat gegeben und begründet,
dass und warum man den Outlook-internen Editor statt Word als
Editor einstellen und das Nachrichtenformat von HTML
in rich text abändern sollte.

In der Unterkategorie Tools – Preferences –
E-mail options finden Sie die Richtlinie On
replies and forwards. Mit dieser Richtlinie können
Sie für alle Benutzer an zentraler Stelle einstellen, wie bei
einer Antwort oder Weiterleitung mit der ursprünglichen
Nachricht verfahren werden soll. Sie können z.B. vorgeben,
dass die ursprüngliche Nachricht an die Antwort angehängt
und mit einem Präfix wie dem Größerzeichen >
gekennzeichnet wird.

In den einleitenden Worten zum Kapitel »Einführung in
Gruppenrichtlinien« gab ich den Rat, dieses sehr theoretische
Kapitel zuerst nur zu überfliegen, weil man es leicht
verstehen würde, wenn man durch praktische Übungen gelernt
habe, mit Gruppenrichtlinien zu jonglieren. Diesen Punkt
sollten Sie am Ende dieses Kapitels erreicht haben. Lesen Sie
das Kapitel »Einführung in Gruppenrichtlinien« jetzt ein
zweites Mal, um nach der Praxis nun auch die Theorie bis in
die Tiefe zu durchschauen.
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Von Ulrich Schlüter, Autor des Buches "Integrationshandbuch
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Gebundene
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