Leseprobe: Vorlagedateien für fehlende Gruppenrichtlinien selbst erstellen (Seite 2)
Die selbst erstellte Gruppenrichtliniendatei »WindowsXP-HCU«
nutzen
Im letzten Unterkapitel wurde erläutert, wie die
Gruppenrichtlinie basierend auf der Vorlage WindowsXP-HLM.ADM
auf die Organisationseinheit Computer
anwendet wird. Jetzt befassen wir uns mit der
Gruppenrichtlinie WindowsXP-HCU, die nur Änderungen
am Zweig HKEY_CURRENT_USER vornimmt und
auf die Organisationseinheit Benutzer
angewendet werden soll. Auf der Buch-DVD finden Sie die
Vorlagedatei WindowsXP-HCU.ADM. Kopieren Sie
diese Datei in das Verzeichnis C:\Windows\inf
des Domänencontrollers. Öffnen Sie dann in der OU Benutzer
die Gruppenrichtlinie XP-Standardbenutzer,
klicken Sie mit der rechten Maustaste in der Kategorie Benutzerkonfiguration
auf Administrative Vorlagen und wählen Sie Vorlagen
hinzufügen/entfernen und fügen Sie die Vorlage WindowsXP-HCU
hinzu.
Sie sollten nun eine neue Kategorie mit der Bezeichnung selbst
erstellte Windows XP-Richtlinien für Hive HKEY_CURRENT_USER
sehen. Wenn Sie unter Ansicht - Filterung die
Option Nur vollständig verwaltbare
Richtlinieneinstellungen anzeigen nicht deaktiviert
haben, so sehen Sie die einzelnen Richtlinien nicht und können
sie auch nicht einstellen!
Wichtiger Hinweis: Wenn
sich der Mauszeiger oberhalb von Administrative
Vorlagen befindet, sehen Sie unter Ansicht
nicht die Option Filterung..., sondern DC-Optionen.
Stellen Sie die Maus zuerst auf Administrative
Vorlagen, bevor Sie den Menüpunkt Ansicht
anwählen.
Die hinzu geladene Gruppenrichtlinien-Vorlagedatei
bietet folgende Richtlinien zur Konfiguration an:
Animation der Fenster beim Minimieren/Maximieren
ausstellen
Wenn Sie die Größe eines Fensters einer Anwendung
minimieren oder maximieren, wird dieser Vorgang per
Defaulteinstellung durch eine kleine Animation unnötig verzögert.
Sie sehen, wie das Fenster sich vergrößert oder verkleinert.
Durch Deaktivierung der Animationsfunktion wird unter HKEY_CURRENT_USER\Control
Panel\Desktop\WindowMetrics der Schlüssel MinAnimate
von 1 auf 0 umgestellt. Die
Auswirkung stellen Sie aber eventuell wie auch bei einigen
anderen Registrykey-Änderungen erst nach der
nächsten Anmeldung oder sogar erst nach dem nächsten
Neustart fest. Anwendungsfenster werden dann ohne jede Verzögerung
minimiert oder maximiert.
Festplatten-Speicherplatzüberprüfung deaktivieren
Windows XP überprüft automatisch den verfügbaren
Festplattenspeicher. Wird eine bestimmte Größe an freiem
Speicherplatz unterschritten, werden Sie mit der Meldung
„Sehr wenig Speicherplatz - soll die Partition aufgeräumt
werden?“ darauf hingewiesen. Wenn Sie diese
Richtlinie aktivieren, wird unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Explorer
der Schlüssel NoLowDiskSpaceChecks von 0
auf 1 umgestellt und die Meldung zukünftig
nicht mehr angezeigt. Der als Standardwert eingestellte
Schwellwert von freiem Speicherplatz ist 10 % der Windows
XP-Partition. Er kann (siehe die selbst erstellte Richtlinie
„Warnmeldung wenn Festplatte voll“ in der Datei WindowsXP-HLM.ADM
im vorangegangenen Abschnitt) mit dem Schlüssel DiskSpaceThreshold
unter HKEY_LOCAL_MACHINE\Sysem\CurrentControlSet\Services\LanmanServer\Parameters
auf einen Wert zwischen 0 und 99
gesetzt werden.
Anzeige
Ich schlage vor, diesen Schlüssel entweder zu aktivieren
und damit die Warnmeldung komplett auszuschalten oder den
Defaultwert für den Schwellwert von 10 auf 5
herunterzusetzen. Wenn Sie Komplettabbilder mit allen
Standardanwendungen auf die Festplatten der Computer spielen,
so müssen wahrscheinlich nur noch wenige Anwendungen hinzugefügt
werden. Wenn Sie als Systempartition 10 Gigabyte-Partitionen
anlegen und an den Schlüsseln nichts verändern, würde der
Anwender eine Warnmeldung bereits dann erhalten, wenn 10 % von
10 Gigabyte, also 1 Gigabyte freier Speicherplatz
unterschritten würde. Dieser Schwellwert erscheint mir sehr
hoch.
Maus: Mauszeiger automatisch auf den Defaultbutton
setzen
Wenn Sie diese Funktion aktivieren, wird der Mauszeiger
von Windows automatisch immer auf die Standardschaltfläche
der jeweiligen Anwendung gesetzt. Durch diese Richtlinie wird
unter HKEY_CURRENT_USER\Control Panel\Mouse der
Schlüssel SnapToDefaultButton auf den Wert
1 gesetzt. Von Hand können Sie unter Windows
XP diese Einstellung über Systemsteuerung Maus
in der Registerkarte Bewegung vornehmen.
Netzwerkverbindungen zwischen Sitzungen
speichern/nicht speichern
Die Deaktivierung dieser Richtlinie ändert unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft
\Windows NT\CurrentVersion\Network\Persistent Connections
den Wert des Schlüssels SaveConnections
von Yes auf No ab. Standardmäßig
ist unter Windows XP diese Funktion aktiviert. Das bedeutet,
dass die Erstellung von Netzwerkverbindungen gespeichert wird
und bei einem Neustart des Rechners automatisch versucht wird,
diese Verbindung wieder aufzubauen. Gerade bei Notebooks, die
nicht immer am Netzwerk angeschlossen sind, kann das zu unnötigen
Fehlermeldungen führen. Da Sie später die
Laufwerkszuweisungen dynamisch über das Anmeldeskript
vornehmen wollen, wäre es außerdem hinderlich, wenn bei der
Anmeldung des Benutzers bestimmte Laufwerksbuchstaben bereits
belegt wären und die Zuweisung über das Anmeldeskript dann
zu Fehlern führen würde. Setzen Sie deshalb diese Richtlinie
auf deaktiviert.
Pfade für Ordner und Dokumentenablage festlegen
Diese Richtlinie werden Sie wahrscheinlich nicht nutzen, da
Sie die Ordner Eigene Dateien, Eigene
Bilder und Desktop über die
Richtlinie Ordnerumleitung und durch die Einrichtung
von servergespeicherten Benutzerprofilen auf den Server
verlegen. Dennoch ist es interessant und in speziellen
Situationen hilfreich und wichtig, zu wissen, wo in der
Registrierdatenbank die Pfade für bestimmte Verzeichnisse
gesetzt werden und manipuliert werden können.
Unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\User
Shell Folders finden folgende Schlüssel:
Start Menu
My Pictures
Personal
Desktop
AppData
NetHood
Programs
Recent
SendTo
Startup
Templates
Local Settings
Cache
Cookies
History
Favorites
LocalAppData
Hier können die Pfade der persönlichen Ordner des
Anwenders manipuliert werden. Unter KEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Shell
Folders finden Sie außerdem Schlüssel und zugehörige
Pfade, die die Lage des Startmenüs und der Untermenüs von All
Users betreffen.
Startmenü: Aufklappen des Startmenüs
beschleunigen
Über diese Richtlinie sollten Sie die Verzögerung beim
Aufklappen der Untermenüs des Startmenüs ausschalten oder
zumindest vermindern, indem Sie als Wert 0
oder 100 Millisekunden eintragen. Der
Standardwert des zugehörigen Schlüssels MenuShowDelay
unter HKEY_CURRENT_USER\Control Panel\desktop
steht auf 400 Millisekunden.
Das ist schon merkwürdig: Da steht Windows XP in Konkurrenz
zu anderen Betriebssystemen wie Linux, und der Hersteller baut
standardmäßig Verzögerungen ein, die dem Anwender den
Eindruck vermitteln können, dass das Betriebssystem träge
ist und eine halbe Sekunde Rechenzeit benötigt, nur um ein
Untermenü zu öffnen. ☺ Welcher Anwender, der
eigentlich Texte schreiben und mit dem Internet arbeiten will,
wird schon die ganzen Tipps zu Windows XP durchlesen und dann
in der Registrierdatenbank herumexperimentieren wollen, um
alle Animationen und unnötigen eingebauten Verzögerungen
abzuschalten, damit die teuer bezahlte Hardware nicht unnötig
ausgebremst wird?
Startmenü: Aufklappen im Startmenü für andere
Funktionen auch aktivieren
Unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Advanced
finden Sie einige Schlüssel, die standardmäßig auf No
stehen. Wenn das Startmenü auf die klassische Darstellung -
die Darstellung wie unter Windows 2000 - eingestellt ist und
Sie die Schaltfläche Anpassen wählen, so
sehen Sie, dass wichtige Optionen standardmäßig deaktiviert
sind:
»Drucker« erweitern
»Eigene Bilder« öffnen
»Eigene Dateien« erweitern
Abmeldung anzeigen
Bildlauf für Programme
Favoriten anzeigen
kleine Symbole im Startmenü anzeigen
Netzwerkverbindungen erweitern
Systemsteuerung öffnen
Verwaltung anzeigen
Selbst für den Administrator sind damit diese Untermenüs
nicht sichtbar, bevor er die notwendigen Einstellungen
vornimmt. Aber auch für den Standardanwender ist es z.B.
bequemer, wenn die für ihn verfügbaren Symbole der Systemsteuerung
im Startmenü als Untermenüs aufgeklappt werden, statt als
eigene Fenster zu erscheinen, die man nachher wieder schließen
muss. Die Schlüssel unter HKEY_Current_User\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Advanced
sind den Optionen in obigen Abbildungen wie folgt zuzuordnen:
StartMenuAdminTools
Verwaltung anzeigen
CascadeMyDocuments
»Eigene Dateien« öffnen
CascadeMyPictures
»Eigene Bilder« öffnen
CascadeControlPanel
Systemsteuerung öffnen
CascadeNetworkConnections
Netzwerkverbindungen erweitern
CascadePrinters
Drucker erweitern
Aktivieren Sie alle Richtlinien, wenn das Untermenü Verwaltung
angezeigt und die Menüpunkte Eigenen Dateien,
Eigene Bilder, Systemsteuerung,
Netzwerkverbindungen und Drucker
als Untermenüs und nicht als neue Fenster aufgeklappt werden
sollen.
Startmenü: Ausblenden von selten gebrauchten Menüpunkten
ausschalten
Über diese Richtlinie wird der Schlüssel IntelliMenus
unter HKEY_CURRENT_USER
\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Advanced
gesteuert. Wenn diese Funktion aktiviert ist, werden selten
gebrauchte Menüpunkte aus dem Startmenü ausgeblendet. Wenn
Sie und Ihre Anwender das Ausblenden von selten benutzten Menüpunkten
eher als störend empfinden, so deaktivieren Sie diese
Richtlinie. Danach werden immer alle verfügbaren Menüpunkte
sofort angezeigt. In obiger Abbildung ist der Schlüssel IntelliMenus
mit der Option Persönlich angepasste Menüs verwenden
identisch.
Startmenü: Einstellungen für die Taskleiste aus
dem Startmenü entfernen
Durch die Aktivierung dieser Richtlinie können Sie
unterbinden, dass der Standardanwender durch Anklicken der
Taskleiste mit der rechten Maustaste die Eigenschaften der
Taskleiste aufrufen und verändern kann. Sie setzen durch das
Aktivieren der Richtlinie den Schlüssel NoSetTaskbar
unter HKEY_CURRENT_USER\Sofware\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Explorer
auf 1 um.
Startmenü: Favoriten im Startmenü anzeigen/nicht
anzeigen
Wenn der Anwender schon im Internet Explorer oder in Word
über den Befehl Datei öffnen Objekte in
seinem Ordner Favoriten erstellen und ändern
darf, dann sollte der Inhalt des Ordners Favoriten
auch komfortabel im Startmenü verfügbar sein. Aktivieren Sie
deshalb diese Richtlinie und setzten Sie dadurch den Schlüssel
StartMenuFavorites in der Registry unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\Current-Version\Explorer\Advanced
auf 1.
Suchen: Assistent in der Suchfunktion ausschalten
Ab Windows XP hat Microsoft einen Assistenten für die
Suchfunktion eingeführt. Sie werden vor der Suche gefragt,
nach was Sie suchen wollen, danach nimmt Windows die
Einstellungen für die Suche automatisch vor. Wer mit der
alten Suchfunktion aber gut vertraut war, findet das eher umständlich
und möchte lieber wieder die alte Suchansicht bekommen. Wenn
Sie den Assistenten für die Suchfunktion für alle
Standardanwender deaktivieren wollen, so aktivieren Sie diese
Richtlinie. Der zugehörige Schlüssel Use Search Asst
findet sich in der Registry unter HKEY_CURRENT_USER\
Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Ca-binetState.
Systemlautsprecher deaktivieren
In einem Büro, in dem mehrere Mitarbeiter arbeiten, ist es
störend, wenn bei jeder Fehlbedienung der Systemlautsprecher
des Computers einen Ton von sich gibt. Sie können von
zentraler Stelle aus die Systemlautsprecher aller Clients für
den Standardanwender deaktivieren, indem Sie in dieser
Richtlinie die beiden Punkte Beep und Extended
Sounds deaktivieren. Dadurch werden unter HKEY_CURRENT_USER\Control
Panel\Sound die beiden Schlüssel Beep
und ExtendedSounds auf NO
umgestellt. Ein wahrlich nützlicher Tipp, will man nicht
jeden Computer aufschrauben und das Kabel vom internen
Lautsprecher abziehen.
Taskmanager: Buttons in der Sicherheitsbox
deaktivieren
Unter Taskmanager: Buttons in der Sicherheitsbox
deaktivieren können Sie mit dem Punkt DisableLockWorkstation
die Schaltfläche Computer sperren
ausblenden, mit dem Punkt DisableChangePassword
die Schaltfläche Kennwort ändern ausblenden
und mit dem Punkt DisableTaskMgr die
Schaltfläche Task-Manager ausblenden. Diese
Schaltflächen sieht der Benutzer, wenn er die
Tastenkombination Strg+Alt+Entf drückt und
damit das Fenster Windows-Sicherheit öffnet.
Diese Richtlinien sollten Sie nicht für den
Standardanwender aktivieren, da der Anwender sowohl sein
Kennwort ändern können als auch den Computer sperren können
muss, wenn er z.B. kurz den Raum verlässt. Sie können aber
die Richtliniendatei WindowsXP-HCU.ADM auch für
eine spezielle Organisationseinheit verwenden, um z.B. für
Kiosk-Computerplätze die Manipulationsmöglichkeiten weiter
einzuschränken. Denken Sie an Computer für Besucher, bei
deren Start automatisch eine bestimmte Kennung angemeldet und
eine bestimmte Anwendung wie z.B. ein Auskunftssystem
gestartet wird.
Die zugehörigen Schlüssel heißen DisableLockWorkstation,
DisableChangePassword und DisableTaskMgr
und stehen unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\System.
Updates: Automatisches Erwerben von Lizenzen beim
Media Player konfigurieren
Aktivieren Sie diese Richtlinie, wenn bei der Ausführung
des Windows Media Players Lizenzen nicht mehr automatisch
erworben werden sollen. Der von der Richtlinie betroffene Schlüssel
heißt SilentAcquisition und steht unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft
\MediaPlayer\Preferences.
Updates: Automatischer Codec-Download für den
Media Player unterbinden
Aktivieren Sie diese Richtlinie, wenn in der Anwendung Windows
Media Players angeblich benötigte Codecs
nicht mehr automatisch aus dem Internet geladen werden sollen.
Der von der Richtlinie betroffene Schlüssel heißt UpgradeCodecPrompt
und steht unter HKEY_CURRENT _USER\Software\Microsoft\MediaPlayer\Preferences.
Verknüpfungen mit relativen Pfaden abspeichern
Aktivieren Sie diese Richtlinie, damit beim Speichern von
einer neu erstellte Verknüpfung, die auf ein Objekt der
lokalen Festplatte verweist, keine UNC-Pfadangaben, sondern
nur noch relative Pfadangaben abgespeichert werden. Also
z.B. C:\windows\system32\note-pad.exe anstatt
\\musterpc\windows\system32\notepad.exe.
Wird nämlich diese Verknüpfung auf dem Server gespeichert
und meldet man sich an einem anderen Computer an und startet
die Verknüpfung, so wird versucht, eine Verbindung mit dem
ursprünglichen Computer zu starten, statt die Datei notepad.exe
von c:\windows\system32 zu laden. Der von der
Richtlinie betroffene Schlüssel heißt LinkResolveIgnoreLinkInfo
und steht unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies
\Explorer.
wichtiger Hinweis: Diese
Änderung ist besonders wichtig für den Musterclient, von dem
Abbilder erstellt werden.
Visuelle Effekte: alle deaktivieren, System für
optimale Leistung anpassen
Aktivieren Sie diese Richtlinie, damit in Windows XP unter Systemsteuerung
- System in der Registerkarte Erweitert
unter Systemleistung - Einstellungen - Visuelle
Effekte auf Für Optimale Leistung anpassen
umgestellt wird.
Dadurch werden alle die Systemperformance belastenden
Animationen deaktiviert. Standardmäßig steht diese Option
auf Optimale Einstellung automatisch auswählen.
Durch die Aktivierung der Richtlinie wird der Schlüssel VisualFXSetting
unterhalb von HKEY_CURRENT_USER \Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\VisualEffects
von 0 auf 2 umgestellt. Auf
den Computerarbeitsplätzen eines Unternehmens geht es nicht
um die Effektvielfalt des Betriebssystems, sondern um die
Performance der unternehmenskritischen Anwendungen, oder was
denken Sie?
Proxyserver und Ports definieren
Über diese Richtlinie können Sie die IP-Adresse und die
Portnummer für einen Proxyserver im Microsoft Internet
Explorer definieren. Sie setzen damit in der
Registrierdatenbank unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Internet
Settings den Schlüssel ProxyServer.
Voreinstellung pdfMachine Ablageverzeichnis
Diese Richtlinie und die beiden folgenden Richtlinien
setzen Registrierdatenbankwerte für Drittprodukte. Mit der
pdfMachine von www.broadgun.de können Sie komfortabel aus
jeder Anwendung heraus PDF-Dokumente erzeugen und beliebig
zusammenstellen. In der Richtlinie wird definiert, wo der
Standardablageort für diese PDF-Dokumente liegen soll.
Adobe Reader 6.0 nicht automatisch aktualisieren
Über diese Richtlinie können Sie einstellen, dass nicht
jeder Client im Netzwerk mit installiertem Acobe Reader 6.0
alle 30 Tage versucht, ein Update aus dem Internet
herunterzuladen.
Adobe Reader 6.0 Eröffnungsbild nicht anzeigen
Der Start des Adobe Readers Version 6.02 dauert im
Vergleich zur Version 5.0 sehr lange, weil viele Plugins
geladen werden und der Eröffnungsbildschirm dieses anzeigt.
Über diese Richtlinie können Sie die Anzeige des Eröffnungsbildschirms
deaktivieren und den Start des Adobe Readers beschleunigen.
Die selbst erstellte Gruppenrichtliniendatei »Windows
Explorer« nutzen
Auf der Buch-DVD finden Sie die Vorlagedatei WindowsExplorer.adm.
Diese Gruppenrichtlinien-Vorlagedatei ergänzt Richtlinien für
den Windows Explorer, die die von Microsoft gelieferten
Windows XP Gruppenrichtlinien-Vorlagen nicht anbieten.
Sie können diese Vorlagedatei einmal für den Standardanwender
laden und konfigurieren, für Poweruser können Sie
die Datei jedoch unter einem anderen ADM-Namen ein zweites
Mal laden und die einzelnen Richtlinien anders
konfigurieren. Ein Standardanwender soll wahrscheinlich
weder geschützte Dateien wie die Dateien im Wurzelverzeichnis
der Systempartition sehen können (config.sys,
ntdetect.com etc.), noch soll er den Inhalt
von Systemordnern wie C:\Windows einsehen können.
Helpdesk-Mitarbeiter müssen diese Dateien und Verzeichnisse
sehen können, um Fehlern nachgehen zu können. Für beide
Anwendertypen sollten jedoch die Richtlinien eingestellte
Ansichtsoptionen für alle Ordner übernehmen und Dateierweiterungen
auch bei bekannten Dateitypen anzeigen aktiviert
sein, damit die Anzeigeoptionen nicht in jedem Ordner separat
eingestellt werden müssen und damit z.B. bei Word- oder
Excel-Dateien die Erweiterungen doc bzw. xls
angezeigt werden.
Durch die Richtlinien der Vorlagedatei WindowsExplorer.adm
werden folgende Registrywerte manipuliert:
Die selbst erstellte Gruppenrichtliniendatei »ExchangeProvider«
nutzen
Sie finden auf der Buch-DVD eine weitere
Gruppenrichtlinien-Vorlagedatei namens ExchangeProvider.adm.
Diese ADM-Datei stellt eine Lösung für ein Problem bereit,
welches auftreten kann, wenn Sie mehrere Domänencontroller an
unterschiedlichen Standorten aufgestellt haben, diesen Domänencontroller
die Funktion Globaler Katalogserver
zugewiesen haben, jedoch nur einen zentralen Exchange Server für
alle Standorte nutzen. Das Problem und Lösungen dazu
werden in folgenden Artikeln der Microsoft Knowledge Base
beschrieben:
272290 - OL2000 Outlook Performs Load Balancing with Global
Catalog Servers
319206 - OL2002 How to Specify the Closest or Specific
Global Catalog Server
317209 - XADM How to Identify your Global Catalog Server
Using Outlook 2000 and Outlook 2002
Selbst, wenn dieses Problem in Ihrem Netzwerk nicht
auftauchen kann, weil Sie nur einen Standort haben oder aber
an allen Standorten Exchange Server einsetzen, sollten Sie
jetzt weiter lesen und sich die Struktur dieser Vorlagedatei
einmal ansehen. Denn diese ADM-Datei bietet einen
prinzipiellen Lösungsansatz für andere Probleme. Sie können
mit demselben Prinzip z.B. allen Computern eines Standortes
oder allen Benutzern eines Standortes von zentraler Stelle aus
einen bestimmten Registry-Schlüssel und
einen Registry-Wert zuweisen und dynamisch
verändern, wenn der Computer oder der Benutzer den Standort
wechselt. Diesen zugewiesenen Registry-Wert können
Sie dann an anderer Stelle (z.B. im Anmeldeskript) wieder
abfragen und Aktionen einleiten, welche z.B. abhängig vom
Standort sind.
Der Artikel »319206 - OL2002 How to Specify the Closest or
Specific Global Catalog Server« beschreibt folgendes Problem:
Wenn ein neuer Mitarbeiter zum ersten Mal Outlook 2002 startet
und sich mit seinem Exchange Server verbindet, sucht der
Computer nach einem verfügbaren globalen Katalogserver und
schreibt dessen Name in den Registry-Schlüssel HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows
NT\CurrentVersion\Windows Messaging Subsystem\Profiles\<profile_name>\dca740c8c042101ab4b908002b2fe182.
Fällt nun dieser globale Katalogserver temporär aus oder
wird er durch einen anderen Server mit anderem Namen ersetzt,
so wird nicht unbedingt automatisch der neue nächstgelegene
globale Katalogserver genutzt. Der Administrator kann aber
z.B. jedem Benutzer abhängig vom Standort über einen neu
anzulegenden Schlüssel HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Exchange\Exchange
Provider\DS Server einen global Katalogserver neu zuweisen.
Hätten Sie z.B. für die Standorte Aachen, Bielefeld,
Dortmund, Essen und Köln ihrer Domäne je eine Organisationseinheit
erstellt, so könnten Sie die Gruppenrichtliniendatei
ExchangeProvider nun für jede Standort-OU laden und
jeweils durch Auswahl des nächstgelegenen globalen
Katalogservers aus der Serverliste denjenigen Server auswählen,
der für alle Benutzer des Standortes in Outlook die
Namensauflösung übernehmen soll.
Die Vorlagedatei ExchangeProvider.adm hat
folgenden Inhalt:
CLASS USER
CATEGORY "globalen Katalogserver angeben"
POLICY !!GlobalCatalogServer
KEYNAME
"Software\Microsoft\Exchange\Exchange Provider"
EXPLAIN !!GlobalCatalogServer_Explain
PART
"Servername" DROPDOWNLIST REQUIRED
VALUENAME "DS Server"
ITEMLIST
NAME "Aachen S1AA" VALUE "S1AA"
NAME
"Bielefeld S1BI" VALUE "S1BI"
NAME
"Dortmund S1DO" VALUE "S1DO"
NAME
"Essen S1ES" VALUE "S1ES"
NAME "Köln S1KO" VALUE "S1KO"
END ITEMLIST
END PART
END POLICY
END CATEGORY ;"globalen Katalogserver angeben"
[strings]
GlobalCatalogServer="global Katalogserver angeben"
GlobalCatalogServer_Explain="Mit dieser Einstellung
wird der globale Katalogserver für den jeweiligen Standort
angegeben.
\n\nAachen S1AA = Server S1AA
\nBielefeld S1BI = SServer S1BI
\nDortmund S1DO = Server S1DO
\nEssen S1ES = Server S1ES
\nKöln S1KO = Server A1KO
Diese Vorlagedatei ermöglicht, einen Wert aus einer Liste
zu wählen und unter einem Registry-Schlüssel dann
einzutragen. Wenn Sie in diesem Beispiel den Schlüssel hinter
KEYNAME und den Wert hinter VALUENAME
durch andere Werte ersetzen, wird schnell deutlich, dass mit
einer ähnlichen Vorlagedatei auch ganz andere Probleme gelöst
werden können. Durch Deaktivierung der Richtlinie globalen
Katalogserver angeben wird übrigens der
Registry-Wert DS Server wieder gelöscht.
Die Vorlagedatei CorelDraw11.ADM nutzen
Auf der Buch-DVD finden Sie die Vorlagedatei CorelDrwaw11.ADM,
mit der Sie einige Standardverzeichnisse von CorelDraw 11
zentral festlegen können. Standardmäßig legt CorelDraw von
Zeichnungen alle 20 Minuten in einem temporären Verzeichnis
unter C:\Dokumente und Einstellungen\%Username%
eine Sicherungskopie an. Beim Abmelden werden derartige, oft
speicherintensive Temp-Dateien dann bei der Nutzung von
servergespeicherten Benutzerprofilen auf den Server
repliziert. Der An- und Abmeldevorgang dauert dadurch nicht
nur länger, mit der Zeit sammelt sich beträchtlicher Datenmüll
im Roaming Profiles-Verzeichnis auf dem Server an. Sie sollten
dieses Verzeichnis für automatische Sicherungen z.B. nach C:\Temp
verlegen.
Außerdem können Sie mit der Vorlagedatei Richtlinien für
ein Vorlageverzeichnis für CorelDraw setzen und den Datenträger
für primäre und sekundäre CorelDraw-Auslagerungsdateien
bestimmen.
Mit einem Tool wie GetFoldersize sollten
Sie regelmäßig die Freigabe auf dem Server analysieren, in
der sich die servergespeicherten Benutzerprofile befinden. GetFoldersize
finden Sie auf der Buch-DVD. Das kostenlose Tool sortiert alle
Verzeichnisse nach deren Speicherbelegung. Sie finden so
schnell heraus, welche anderen Anwendungen temporäre
Zwischendateien und andere speicherintensive Verzeichnisse in
den Profilen der Anwender anlegen. Erstellen Sie dann auch für
diese Anwendungen Ihre eigene Gruppenrichtlinienvorlagedatei
und ändern Sie damit die Registrierdatenbank der Clients
derart ab, dass dieser Datenmüll nicht mehr auf dem Server
und den Sicherungsbändern landet.
Analyse des Mustercomputers nach dem Einspielen der selbst
erstellten Gruppenrichtlinien-Vorlagedateien
Sobald beide selbst erstellten Vorlagendateien WindowsXP-HLM.ADM
und WindowsXP-HCU.ADM eingespielt und
konfiguriert ist, sollten Sie sich auf dem Mustercomputer
unter den verschiedenen Kennungen Administrator, Testuser und
Poweruser anmelden und überprüfen, ob die gewünschten
Ergebnisse erreicht wurden. Welche Auswirkungen die
vorgeschlagenen Einstellungen der Gruppenrichtlinien haben,
die zum Lieferumfang von Windows XP gehören und bzw. die
Sie auf der Buch-DVD finden, sehen Sie am eindrucksvollsten,
wenn Sie neben den Muster-Computer einen weiteren Computer
aufstellen, der nicht mit dem Server verbunden ist und auf dem
ein jungfräuliches Windows XP installiert ist.
Das Betriebssystem Windows XP Professional ist jetzt auf
dem Mustercomputer immer noch nicht im Idealzustand für die
spätere Erstellung eines Abbilds zum Verteilen auf viele
Computer. So sind z.B. die Startmenüs von All Users
und Default User noch nicht überarbeitet.
Damit würde der Standardanwender Menüpunkte wie z.B. Programmzugriff
und –standards und Windows-Katalog
über der Start-Schaltfläche sehen. Er könnte auf die
Verwaltungsprogramme, den MSN Explorer, Spiele oder unter dem
Menüpunkt Zubehör auf den Programmkompatibilitäts-Assistenten
und auf Systemprogramme wie Übertragen von Dateien
und Einstellungen zugreifen. Das wollen Sie jedoch
wahrscheinlich unterbinden.
Außerdem sind solche Systemeinstellungen noch nicht
vorgenommen worden, die über Gruppenrichtliniendateien nicht
automatisch erzwungen werden können und vor der Erstellung
des Abbildes von Hand vorgenommen werden müssen. Als Beispiel
kann die neue Windows XP-Funktion Ruhezustand genannt
werden. Wie Sie beim Öffnen der Registerkarte Ruhezustand
über Systemsteuerung – Energieoptionen feststellen
können, ist der Ruhezustand per Standardeinstellung
aktiviert. Wenn der Anwender die Tastenkombination Strg+Alt+Entf
drückt und die Schaltfläche Herunterfahren
wählt, kann er entscheiden, ob er den Computer herunterfahren
möchte, sich abmelden möchte oder den Computer in den
Ruhezustand versetzen möchte. Der Computer speichert dann vor
dem Herunterfahren zuerst alle im Arbeitsspeicher befindlichen
Daten in der Datei c:\hyperfil.sys. Diese
Datei ist mehrere hundert Megabyte groß und bereits
vorhanden, wenn die Option Ruhezustand aktiv
ist. Sie wird also nicht erst dann erzeugt, wenn der Computer
in den Ruhezustand versetzt wird! Wenn Sie die Option Ruhezustand
deaktivieren, wird die speicherintensive Datei c:\hiberfil.sys
gelöscht. Sie geht damit in kein Abbild ein, egal ob
das Abbild mit der RIPrep-Methode oder einem Image-Tool eines
Drittanbieters erzeugt wird.
Auch die Installation von Standardanwendungen wie dem Adobe
Reader oder Microsoft Office erzeugt aber z.B. Icons im
Startmenü von All Users und Default
User, die vor der Erstellung des Komplettabbilds noch
überarbeitet werden müssen. Deshalb werden in unserer
Testumgebung jetzt zuerst diese Standardanwendungen
automatisch installiert. Danach werden die durch die
Installation von Microsoft Office hinzugekommenen
Gruppenrichtliniendateien in Hinblick auf eine sinnvolle
Konfiguration für den Standardanwender untersucht. Erst
danach werden wir erneut den Mustercomputer daraufhin
untersuchen, welche Änderungen jetzt noch durch ein
spezielles Skript automatisiert oder manuell vorgenommen
werden müssen, um zu einem Endzustand zu gelangen, von dem
dann das Abbild gezogen wird.