DSL Light - eine nützliche Notlösung?Nicht überall in der Bundesrepublik ist ein DSL-Anschluss in den klassischen Geschwindigkeitsstufen 1000, 2000, 6000 oder gar 16000 möglich, stattdessen müssen einige Regionen und Grenzgebiete aufgrund technischer Gegebenheiten mit einer schlechten Leitung vorlieb nehmen. Infolge manueller Leistungsprüfung ist in diesen Fällen aber dennoch das sogenannte DSL Light eine mögliche Option.



 

 DSL Light - eine nützliche Notlösung?

Wie kann ich DSL Light erhalten?

Bei DSL Light - auch als DSL 384 bekannt - handelt es sich nicht um ein eigenständiges Produkt, sondern vielmehr um eine Art abgespecktes DSL, welches ausschließlich auf Nachfrage und einer damit einhergehenden Verfügbarkeitsprüfung angeboten wird. Es richtet sich an jene Verbraucher, die aufgrund technischer Gegebenheiten nicht einmal von DSL 1000 geschweige denn einer schnelleren Leitung Gebrauch machen können.

 

  •  Manuelle Leitungsprüfung
    Sofern die DSL-Verfügbarkeitsabfrage negativ ausfällt, kann die T-Com bzw. ein entsprechender Reseller wie etwa freenet, 1&1 oder Tele2 um eine manuelle Leitungsprüfung gebeten werden. Auf diese Weise wird ermittelt, ob die Leitung womöglich dennoch für DSL 384 ausreicht – in diesem Fall kann zwar nur mit verminderter Bandbreite gesurft werden, aber immerhin ist ein DSL-Anschluss vorhanden. Wie der Name bereits vermuten lässt, überträgt Light DSL mit max. 384 kbits/s Down- und 64kbit/s Upstreams.

 

  • Auch DSL Light ist nicht überall nutzbar
    Leider kann selbst für DSL 384 keine hundertprozentige Netzabdeckung garantiert werden. Wer weder auf ein Kabel-DSL bzw. einen Regional-Carrier und auch kein DSL Light zurückgreifen kann, dem bleibt aber immer noch die Möglichkeit, auf DSL über Satellit zurückzugreifen. Diese Variante ist allerdings mit etwas mehr Aufwand verbunden und darüber hinaus merklich teurer – dafür wird jedoch ein schneller Internetanschluss gewährleistet.

 


Hat DSL Light weitere Vorteile für mich?

Der grundsätzliche Vorteil einer Light-Version besteht darin, dass trotz allem eine vollwertige Internetflatrate genutzt werden kann. Zwar mag das Surfen im Web nun weniger schnell und komfortabel sein, trotzdem ist es aber gleichermaßen preiswert und kommt zudem ohne eine Drosselung des Volumenverbrauchs daher.

 

Kann ich mit DSL Light VOIP nutzen?

Tarife.de erläutert in einem Beitrag, dass unter Umständen auch VoIP mittels DSL Light funktionieren kann. Hierfür ist laut des Portals allerdings eine gewisse Grundgeschwindigkeit notwendig, empfehlenswert sind diesbezüglich etwa 700 Kilobit pro Sekunde und mehr, versuchsweise könnte aber auch eine Leitung mit 500 Kbits/s getestet werden. Problematisch ist dabei jedoch weniger die Downloadgeschwindigkeit, sondern vielmehr die niedrige Uploadrate. Sofern diese nur bei 50 kBit/s oder noch weniger liegt, muss mit einer sehr schlechten Qualität gerechnet werden – falls die Verbindung denn überhaupt funktioniert. Wer DSL Light für VoIP nutzen möchte, der sollte außerdem generell darauf achten, dass eine stärkere Kompression für Sprache gewählt wird, die Rede ist hierbei vom sogenannten Codec. Dieser kann in den jeweiligen Einstellungen des Gerätes - beispielsweise eines Routers - angepasst werden. Generell lässt sich VoIP mittels DSL Light aber eher schwer realisieren.

 

Gibt es noch weitere Alternativen zu DSL Light?

Mittlerweile gibt es diese tatsächlich, denn mit dem neuartigen Mobilfunkstandard LTE kann heutzutage eine nützliche Ersatztechnik genutzt werden. Diese ist deutlich schneller und schafft immerhin 50-100 Mbit pro Sekunden. LTE bedeutet ausgeschrieben Long Term Evolution und nutzt ein verbessertes Modulationsverfahren sowie verschiedene Brandbreiten, sodass eine flexiblere Verteilung der Übertragungskapazitäten möglich ist. Es ist für den Einsatz in unterschiedlichen Frequenzbereichen konzipiert und eignet sich bei Frequenzen um die 800 MHz ideal für eine flächendeckende, drahtlose Breitbandverbindung - dementsprechend ist ein schneller Zugang zum Internet also insbesondere in ländlichen Gegenden gut umsetzbar. In Städten wird LTE hingegen vor allem dann bereitgestellt, wenn die Frequenzbereiche bei 1,8 GHz, 2GHz und 2,6 GHz liegen.

 

  • Verfügbarkeit
    Der Netzausbau für LTE begann bereits 2010 und wird noch immer flächendeckend fortgeführt. Laut Zukunft Breitband konnten Mitte 2012 bereits 14,1 Millionen Haushalte in Deutschland darauf zugreifen.

 

  • Kosten
    Die Kosten für LTE sind geringfügig höher als bei vergleichbaren Kabel- oder DSL-Zugängen. Sie sind außerdem abhängig von Umfang und Art der Dienstnutzung und können dementsprechend variieren. Dabei werden sowohl die abrufbare Datenrate, das zu übertragende Datenvolumen als auch die mobilfunktypische Tarifgestaltung berücksichtigt.

 

Breitbandverfügbarkeit heute und in Zukunft

Im Jahr 2013 näherte sich die Breitbandverfügbarkeit von Hochleistungsanschlüssen in Deutschland der 60-Prozentmarke. 58,4% aller Haushalte konnten zum damaligen Zeitpunkt bereits auf einen Breitbandanschluss mit Geschwindigkeiten von mindestens 50 Mbit/s zurückgreifen. Das macht eine Steigerung von knapp 50% im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2010. Gemeinsam mit dem Ausbau der Hochleistungsnetze wird auch das LTE-Netz stetig ausgebaut. Bereits 27,8 Millionen Haushalte konnten über LTE auf Breitband mit Geschwindigkeiten von mindestens 2 Mbit/s zurückgreifen, dies entspricht einer Verfügbarkeit von etwa 70%. Auch die Verfügbarkeit von LTE mit höheren Bandbreiten steigt stetig, die Abdeckung von mindestens 6 Mbit/s lag beispielsweise bereits bei etwa 44%.

 

Breitbandversorgung in Deutschland

 

Erhoben wurden die Daten vom TÜV Rheinland im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Hierfür wurden Daten von etwa 275 beteiligten Telekommunikationsunternehmen herangezogen, die das Projekt freiwillig unterstützen und so maßgeblich zum Erfolg beitrugen. Die genauen Ergebnisse lassen sich im Bericht zum Breitbandatlas Mitte 2013 detailliert nachlesen.

 

  • Breitbandatlas - was steckt dahinter?
    Der sogenannte Breitbandatlas bezeichnet ein zentrales Informationsmedium der Bundesregierung, welches über die aktuelle Breitbandversorgung von Privathaushalten in Deutschland Auskunft gibt. Mithilfe dieses Mediums können innerhalb eines gewählten Gebietes die vor Ort tätigen Infrastrukturanbieter und die Verfügbarkeit nach Technologiegruppen abgefragt werden.

 

Ablauf der derzeitigen Breitbandentwicklung

 

Ablauf der derzeitigen Breitbandentwicklung

Mithilfe des Breitbandatlas wird die Erweiterung des Breitbandnetzes stetig vorangetrieben. Dabei gilt es zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen, damit die Umsetzung in möglichst jeder Region gelingt. Grob gestaltet sich der Plan zur Breitbanderweiterung folgendermaßen:

  1. Planung
    Der Ausbau der Breitbandinfrastruktur hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wobei es weniger darum geht, „ob“ ausgebaut wird, sondern vielmehr „wie“ dieser Ausbau realisiert wird. In der Planung treffen Bereiche wie die individuelle Ausgangslage, die sinnvollste Technologie und mögliche Finanzierungsformen aufeinander, hinzukommen geeignete Geschäfts- und Trägermodelle für den Netzausbau und -betrieb. Zum Einsatz kommt außerdem eine sogenannte SWOT-Untersuchung (Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats), also eine Machbarkeitsanalyse, bei der interne Stärken und Schwächen in Beziehung zu den externen Faktoren wie Chancen und Hindernissen gesetzt werden. So lassen sich Handlungsansätze und eine bestmögliche Umsetzung für den Breitbandausbau ableiten.
  2. Finanzierung
    Breitbandausbauprojekte sollen mithilfe innovativer Finanzierungsformen auch in weniger dicht besiedelten Gebieten gelingen, auch wenn Banken keine entsprechende Finanzierung gewährleisten können. Wichtig bei der Finanzierung ist vor allem die Tatsache, dass kein standardisiertes Finanzierungsmodell oder ein einheitlicher Geschäftsplan zum Tragen kommt, da die lokalen und regionalen Besonderheiten dafür zu unterschiedlich sind. Unter anderem werden beim Ausbau daher auch innovative Modelle wie Genossenschaften oder öffentlich-private Partnerschaften in Erwägung gezogen – ansonsten wird außerdem auf deutsche Förderinstitute, die Landwirtschaftliche Rentenbank und Programme der KfW Bankengruppe zurückgegriffen.
  3. Umsetzung
    Bei der Umsetzung kommen verschiedene Träger- und Geschäftsmodelle zum Tragen. Wichtig ist insbesondere die genaue Kenntnis über die einzelnen Wertschöpfungsstufen des Breitbandmarktes, dazu zählen der Netzaufbau, der Netzbetrieb und weitere Dienste. Auch gilt es zu klären, wann und wie Kommunen, kommunale Unternehmen, Zweckverbände und/oder private Unternehmen Aufgaben übernehmen sollen. Darüber hinaus können Bürger sich außerdem auch direkt engagieren, indem sie an einem sogenannten „Button-Up Modell“ teilnehmen – dabei tun sich Bürger, Unternehmen und Organisationen zusammen, um in Form von Vereinen und Genossenschaften den Breitbandausbau voranzutreiben. Handelt es sich um ein rein öffentliches Angebot, so übernehmen Kommunen, Landkreise und/oder kommunale Zweckverbände den Aufbau und Unterhalt der Breitbandinfrastrukturen.
  4. Mitnutzung und Mitverlegung
    Für den Breitbandausbau müssen zwangsläufig Leerrohre verlegt und Verkehrsinfrastrukturen aus- oder neugebaut werden. Gerade die Infrastrukturen der Versorgungsgesellschaft – also beispielsweise Zu- und Abwasserkanäle – bieten großes Potenzial für die Erschließung unterversorgter Gebiete, bei geplanten Bauvorhaben werden Glasfaserkabel daher direkt mitverlegt oder nachträglich mithilfe spezieller Roboter in die Rohre gezogen. Durch diese Mitbenutzung der bereits bestehenden Strukturen können beim Aufbau effektiv Einsparungen erzielt werden. Dies bietet sich auch durch das gleichzeitige Verlegen von Stromleitungen und TK-Infrastrukturen an.

 

 

Breitband - heute und in Zukunft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Für den schnellen Informations- und Wissensaustausch sind leistungsfähige Breitbandnetzte zukünftig unabdingbar und stellen demnach eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum sowie die positive Entwicklung von Kommunen und Regionen dar. So trägt der Ausbau beispielsweise zur Entstehung neuer Geschäftsfelder bei, erweitert die Interaktions- und Informationsoptionen der privaten Nutzer und baut die Kommunikationsmöglichkeiten von Unternehmen aus.



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