BackupWir alle kennen das: Das nächste Backup unserer wertvollen Daten ist längst überfällig, aber immer kommt etwas dazwischen. Dabei bietet es sich gerade am Ende des Jahres an, Datensicherung zu betreiben und überflüssige Informationen zu löschen. Quasi als Bestandsaufnahme des ausklingenden Jahres, als Rückblick und Übersicht, deren Essenz gespeichert werden soll. Mit diesen Tipps gelingt Ihnen in wenigen Schritten ein schnelles, zuverlässiges Backup, bevor Daten durch einen Gerätedefekt oder eine Virenattacke im digitalen Nirgendwo verschwinden.



Offene Fragen klären Voraussetzung
Nur bewusst geplante Backups ergeben Sinn, da sich der User vorher einige elementare Fragen stellen muss: Was soll alles gesichert werden, welche Dokumente und E-Mails? Wie oft werden die zu sichernden Dateien geändert? Täglich oder nur einmal in der Woche? Wie wichtig ist es, mehrere Versionen „zurückgehen“ zu können? Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, sollte der User das Backup entsprechend einstellen, also tägliche oder wöchentliche Sicherung wählen - eventuell mit der Option, auch fünf Tage alte Versionen wiederherstellen zu können.

 

Backups physisch trennen
Sind diese essenziellen Fragen beantwortet, geht es im nächsten Schritt ans Einrichten des Backups. Hier gilt: Nicht alles auf der gleichen Festplatte speichern! Verwenden Sie zwei Festplatten, die sich aber nicht im selben Raum befinden sollten – dies bringt nichts, falls zum Beispiel ein Brand ausbrechen sollte oder ein Rohr bricht. Achten Sie darauf, dass die zweite Festplatte über ausreichend Speicherplatz verfügt und schnell arbeitet. Sie können bei der zweiten Sicherung auch auf die Cloud, ein NAS oder einen Server zurückgreifen, das/der in einem anderen Raum steht.

Bei Dateien, die auf keinen Fall verlorengehen dürfen (Anwalt, Steuerberater, Rechnungen usw.), zählt ein Backup auf ein Speichermedium, das nicht im selben Raum steht, zum Pflichtprogramm. Am besten eignet sich ein Server bei einem Provider. Manche Dateien (vor allem Familienfotos oder andere persönliche Erinnerungen) kann man auch zusätzlich auf einer DVD speichern und gut an einem geschützten Ort verstauen. Das schafft zusätzliche Sicherheit.

 

Rhythmus und Art der Datensicherung festlegen
Zur Häufigkeit: Falls der User täglich arbeitet, empfehlen sich tägliche Backups. Ist schon lange kein Backup mehr gemacht worden, sollte der Anwender ein vollständiges Backup veranlassen. Dabei werden alle Daten gesichert. Nach diesem Schritt sind vorerst nur noch inkrementelle Backups nötig, diese halten beispielsweise nur die letzten zehn Versionen vorrätig. Beim inkrementellen Backup wird nur das gesichert, was seit dem letzten Voll- bzw. inkrementellen Backup geändert wurde. Tritt dabei auch nur in einer Backup-Datei ein Problem auf, funktioniert das Wiederherstellen eventuell nicht.

Deshalb raten wir dazu, nach jeweils fünf bis zehn inkrementellen ein vollständiges Backup durchzuführen. Alternativ kann das differenzielle Back-Up-Schema verwendet werden, bei dem die Veränderungen zum letzten vollständigen Backup gesichert werden. Das heißt, zum Wiederherstellen wird nur das ursprüngliche Voll-Backup und entsprechende Differenzen benötigt. Alle Backups, die dazwischenliegen, werden nicht gebraucht. Diese Variante ist fehlerresistenter als das inkrementelle Backup, da nur zwei Dateien benötigt werden. Der Wiederherstellungsprozess und Suchanfragen sind schneller.

Allerdings braucht das differenzielle Backup mehr Speicher und der Sicherungsprozess ist langsamer. Das ist besonders relevant, wenn ein Backup im Netzwerk oder über einen Cloud-Speicher erstellt wird - dann ist der schnellere, inkrementelle Ansatz besser geeignet.

 

Das passende Backup-Tool finden
Doch welches Backup-Programm eignet sich am besten? Backup-Programme legen die Daten in einem großen Archiv auf dem PC ab. Die Daten lassen sich aber auch auf externen Festplatten oder Netzwerklaufwerken abspeichern. Letzteres hat allerdings den Nachteil, dass bei Backups auf Netzwerklaufwerken oder Servern erst das komplette Backup oder zumindest große Teile davon laden müssen, um eine Datei daraus zu extrahieren zu können.

Dieser Vorgang kostet viel Zeit. Bei manchen Backup-Tools muss hingegen nur die wiederherzustellende Datei geladen werden: Das Programm erstellt auch automatisch Backups von ausgewählten Dateien und Ordnern, die nicht auf dem Rechner liegen, sondern auf einer externen Festplatte oder einem USB-Stick lagern. Bei der Auswahl des Backup-Programms sollte sich jeder Anwender fragen, was zu seinen Anforderungen passt und wem ein Kunde vertrauen kann.

Außerdem spielt es eine Rolle, wie sich die Programme funktional unterscheiden und wie effektiv und verlässlich die Wiederherstellungsfunktion arbeitet. Denn was bringt ein Backup, wenn das Wiederherstellen umständlich ist oder gar nicht funktioniert? Noch ein allgemeiner Tipp: Grundsätzlich empfiehlt es sich, empfindliche Daten getrennt vom Betriebssystem in einer eigenen Partition auf dem Rechner zu speichern. Dies erleichtert die Rekonstruktion der Daten und hat nach einem Festplattencrash zudem den Vorteil, dass unter Umständen nicht alle Programme neu installiert werden müssen.

 

Dies ist ein Gastbeitrag von Christoph Güntner.

 

Biografie des Autors
Christoph Güntner, Gründer und Geschäftsführer von Jumping Bytes Christoph Güntner ist Gründer und Geschäftsführer der Firma Jumping Bytes www.jumpingbytes.com, die sich auf praktische Windows-Tools spezialisiert hat, die den Arbeitsalltag vereinfachen. Bevor er sich 2005 mit seiner eigenen Firma selbstständig machte, arbeitete er als Softwareentwickler unter anderem bei den Unternehmen Robert Bosch GmbH und Rohde & Schwarz GmbH. Christoph Güntner verfügt über eine sehr lange Programmiererfahrung: Mit 16 unternahm er die ersten Schritte auf dem Commodore C64 in Basic, es folgten viele Jahre Assembler, C und C++, sowie Visual Basic (VBA, VB.NET)". Er studierte Elektrotechnik mit Schwerpunkt Informationstechnik an der TU München mit Abschluss Diplom-Ingenieur.


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