Fernsehen

Fernsehen ist aus den meisten deutschen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Mehrere Stunden am Tag läuft die Flimmerkiste. Vor allem im wohl verdienten Feierabend möchten die meisten Deutschen nicht auf ihr digitales Unterhaltungsprogramm verzichten. Die Möglichkeiten, ein vielseitiges Fernsehprogramm auf die Mattscheibe zu bekommen, sind hierzulande zum Glück üppig gesät. Je nach persönlichen Vorlieben können gebührenfreie Sendungen und Pay-TV über unterschiedliche Kanäle empfangen werden. Wir stellen die drei am häufigsten gewählten TV-Technologien vor und beleuchten Vor- und Nachteile.

1. Die Satellitenschüssel: Fernsehen über DVB-S
Noch immer ist der Fernsehempfang per Satellit deutschlandweit am häufigsten anzutreffen. Der größte Vorteil, den die Schüssel auf dem Dach bietet, ist eine Programmauswahl, deren Vielfalt bisher über keine andere TV-Technologie zu erreichen ist.
Eine sehr große Auswahl an Fernsehsendern ist kostenfrei zu empfangen. Weitere Angebote können im Rahmen von Pay-TV auch über Satellitenschüssel in Anspruch genommen werden. Zwischen 500 und 600 Fernsehsender stehen TV-Fans über Satellit in vielen Sprachen der Welt kostenfrei zur Verfügung.

Das größte Pay-TV-Angebot bietet Astra, der Satellitendienst, der die verschlüsselten Privatsender in HDTV überträgt. Etwa 40 private HDTV-Sender können über Astra kostenpflichtig hinzugebucht werden. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist die Empfindlichkeit der SAT-Antenne, die von außen am Haus angebracht werden muss. Hochwertige Modelle sind zwar inzwischen äußerst robust, trotzdem sind sie nicht völlig unempfindlich gegen Witterungseinflüsse. Vor allem in Regionen, in denen häufig Unwetter auftreten, müssen Nutzer einer Satellitenschüssel bei starkem Regen, Hagel oder Sturm unter Umständen mit einer eingeschränkten Bild- und Tonqualität rechnen.

Satellitenfernsehen ist im Vergleich zum Kabelfernsehen günstig, da ein Großteil der ausgestrahlten Fernsehsender kostenlos zur Verfügung steht. Wer sich nicht für ein zusätzliches Pay-TV-Angebot entscheidet, muss lediglich die Kosten für Anschaffung und Montage der Satellitenschüssel und des erforderlichen Zubehörs einkalkulieren. Je nach gewähltem Modell können hierfür zwischen 200 und 400 Euro anfallen. Wie teuer der Fernsehempfang per Schüssel tatsächlich wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Größe und Empfangsstärke der Satellitenschüssel
  • Lieferumfang und Befestigungssystem
  • Qualität und Witterungsbeständigkeit
  • Anzahl möglicher Anschlussstellen für einen oder mehrere Empfänger

Für höchste Bild- und Tonqualität und eine Vielfalt an störungsfreien Sendern sorgt ein HDTV-Receiver mit LNB. Wer mehrere Empfänger an dieselbe Satellitenschüssel anschließen möchte, benötigt einen Receiver, der mit einem Double- oder Multifeed-LNB gekoppelt ist. Es gibt praktische Komplettsysteme, die unterschiedlichen Funktionen unterstützen. Hier empfiehlt es sich, zunächst festzulegen, was die hauseigene TV-Technik leisten soll. Anschließend kann eine ausführliche Beratung beim Fachhändler dabei helfen, das passende System für das Home-Entertainment auszuwählen.

Expertentipp Mietrecht:
Mieter haben kein vom Gesetzgeber festgelegtes Recht auf die Installation einer Satellitenschüssel. Ob eine entsprechende Vorrichtung am Haus angebracht werden darf, sollte deshalb unbedingt mit dem Vermieter abgeklärt werden. Vielleicht ist es möglich, ein Leistungsstarkes Komplettsystem für das gesamte Haus zu installieren. Unter satellitenschuessel.com können sich Mieter im Expertenvideo über rechtliche Hintergründe zum Thema Satellitenschüssel informieren.

 

2. Der Kabelanschluss: Fernsehen über DVB-C
Kabelfernsehen ist eine sehr solide Variante für den häuslichen Fernsehempfang, da die unterirdisch verlegten Übertragungskabel wenig störanfällig sind. Im Vergleich zur Satellitenschüssel ist das Senderangebot beim Kabelfernsehen allerdings deutlich eingeschränkter. Über das analoge Kabelfernsehen sind derzeit etwa 40 Kanäle zu empfangen, das digitale Kabelfernsehen bringt es immerhin auf ungefähr 100. Hinzu kommt eine Auswahl an Pay-TV-Sendern, die natürlich auch über den Kabelanschluss gebührenpflichtig zu empfangen sind.

Ist in einem Haus bereits ein Kabelanschluss vorhanden, kann der Anschluss schnell und ohne große Bereitstellungskosten erfolgen. Muss ein Haus zunächst für das Kabelnetz erschlossen werden, sind allerdings hohe Bereitstellungskosten in Höhe von mehreren hundert Euro zu erwarten. Verfügt eine Mietwohnung über einen Kabelanschluss, werden die Kosten für die Bereitstellung häufig bereits über die Nebenkosten abgegolten. In Eigentumswohnungen oder Häusern zahlen die Eigentümer eine monatliche Gebühr, deren Höhe vom gewählten Anbieter abhängt.

Expertentipp analoges Kabelfernsehen:
Der Dienst des analogen Kabelfernsehens wird künftig eingestellt. In vielen Regionen Deutschlands ist das analoge Kabelfernsehen bereits vollständig vom Netz genommen worden. Bis Mitte 2019 sollen sämtliche Anbieter ihre Dienstleistungen im Bereich analoges Kabelfernsehen eingestellt haben. Die Verbraucherzentrale informiert.

Die digitale Variante bleibt aber weiterhin verfügbar. Für den Empfang müssen TV-Fans allerdings in einen Receiver und gegebenenfalls weiteres Zubehör investieren. Mit einem HD-fähigen Fernseher können die Programme der öffentlich-rechtlichen Sender dann in HDTV empfangen werden. Für alle anderen Sender ist die Übertragung in HDTV in der Regel verschlüsselt und muss durch den Erwerb eines monatlichen Paketangebotes freigeschaltet werden. Auch vielfältige Angebote im Bereich Video on Demand sind über Kabelfernsehen nutzbar.

 

3. IPTV und Streamingdienste: Fernsehen über das Internet
Dem Internet gehört die Zukunft, auch im Hinblick auf das Fernsehen. Über Streamingdienste können Internetnutzer schon jetzt ihr Fernsehprogramm individuell auf den heimischen Fernseher laden. Die Unabhängigkeit von aktuellen Sendezeiten, Werbepausen und dem Angebot einzelner Fernsehsender ist für viele Verbraucher ein starkes Argument für das IPTV (Internet Protocol Television). Außerdem machen es Streamingdienste möglich, das gewünschte Programm nicht nur auf dem heimischen Fernseher zu genießen, sondern auf beliebig vielen Endgeräten wie dem Laptop, dem Tablet oder dem Smartphone. Fernsehen was, wann und wo man will, das ist die Vorstellung, die die zukünftige Generation von ihrem Unterhaltungsprogramm haben wird.

Beim Fernsehen über Internet haben Nutzer die freie Auswahl. Sie können einen der zahlreichen kostenpflichtigen Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Fire in Anspruch nehmen, oder über Portale wie Zattoo, waipu.tv oder Magine TV das aktuelle Fernsehprogramm kostenlos über Internet empfangen.

Um einen störungsfreien Fernsehgenuss gewährleisten zu können, ist allerdings eine Internetverbindung mit ausreichender Bandbreite erforderlich. Eine DSL-Leitung oder sogar eine Glasfaserverbindung sorgen für Fernsehen ohne Unterbrechungen oder Bufferingzeiten. Wer möchte schon seine Lieblingssendung von ständigem Ruckeln unterbrochen sehen.


Das Computermagazin CHIP hat die empfohlenen Bandbreiten für einzelne Streaminganbieter zusammengefasst:

Anbieter      Mindestvoraussetzung     HD-Qualität   4K-Qualität
Amazon      0,9 MBit/s   3,5 MBit/s   15 MBit/s
Maxdome      2 MBit/s   6 MBit/s   nicht verfügbar
Netflix      0,5 MBit/s   5 MBit/s    25 MBit/s
Magine      2 MBit/s   8 MBit/s   nicht verfügbar
Zattoo      4 MBit/s   7 MBit/s   nicht verfügbar
TV SPIELFILM   2 MBit/s    4 MBit/s   nicht verfügbar
Sky Go   2 Mbit/s   6 MBit/s   nicht verfügbar

(Quelle: Chip.de)

Natürlich will auch das Fernsehen über Internet finanziert werden. Deshalb müssen Nutzer, die vor allem die kostenfreien Angebote nutzen, mit Werbeeinblendungen oder Unterbrechungen durch Werbespots rechnen. Der Umfang der Werbung lässt sich oft durch die Anmeldung zu einem Premiumaccount reduzieren oder sogar ganz vermeiden. Allerdings fällt für einen solchen Account in der Regel eine geringe monatliche Gebühr an. Dafür können neben dem aktuellen Fernsehprogramm meist auch umfangreiche Archivsendungen genutzt werden.


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